Wenn alle Einsatzkräfte der Feuerwehr bezahlt werden müssten, so wäre der Brandschutz in Deutschland unbezahlbar. In der Bundesrepublik Deutschland sind nur etwa 5 % aller Feuerwehrangehörigen in einer Berufsfeuerwehr tätig. 95 % versehen ihren Dienst freiwillig in den Freiwilligen Feuerwehren. Die Feuerwehr gehört auch zur kulturellen Einrichtung unseres Dorfes und hat eine soziale Verpflichtung.

"Es entspricht der Lebenserfahrung, dass mit der Entstehung eines Brandes praktisch jederzeit gerechnet werden muss. Der Umstand, dass in vielen Gebäuden jahrzehntelang kein Brand ausbricht, beweist nicht, dass keine Gefahr besteht, sondern stellt für die Betroffenen einen Glücksfall dar, mit dessen Ende jederzeit gerechnet werden muss."

Aus einem Urteil eines deutschen Oberlandesgerichtes, gefunden in der Gefährdungsanalyse für das Land Hessen

Schon mal überlegt was wäre wenn es keine Feuerwehr gäbe ?

Stellen Sie sich vor, Sie wachen nachts auf und stellen fest, dass Ihr vor dem Haus geparktes Auto brennt. Sie wählen 112, rufen nach der Feuerwehr, laufen auf die Straße und versuchen, mit einem Eimer Wasser das Feuer zu löschen. Hoffnungslos, die Minuten werden scheinbar zu Stunden, Ihr Auto brennt inzwischen lichterloh, das Vordach Ihres Hauses hat bereits ebenfalls Feuer gefangen, die Polizei trifft ein, ist jedoch chancenlos, das Feuer zu löschen, 15 Minuten sind vergangen - keine Feuerwehr weit und breit - der Dachstuhl brennt, die Hitze lässt die Scheiben platzen, das Feuer >>betritt<< Ihr Haus.........

An dieser Stelle Stopp!

In der Realität wäre nach Absetzen Ihres Notrufes die Freiwillige Feuerwehr Ihres Wohnortes alarmiert worden. Mit Auslösen des Alarms ist garantiert, dass innerhalb von maximal 10 Minuten die Freiwillige Feuerwehr innerhalb der Gemeinde- oder Stadtgrenze an der Schadenstelle präsent ist. Aber nur, weil es Bürger gibt, die ehrenamtlich und freiwillig Tag und Nacht für Ihre Sicherheit bereit stehen. In Großstädten über 100.000 Einwohner gibt es eine Berufsfeuerwehr. Aber auch hier müssen Freiwillige Feuerwehren zur Unterstützung hinzugezogen werden. Über 100.000 Frauen und Männer leisten hessenweit freiwillig Feuerwehrdienst. Nur dadurch ist garantiert, dass semiprofessionelle Hilfe innerhalb kürzester Zeit zur Verfügung steht. ....

Die Aufgabe der Feuerwehr ist schon lange nicht mehr ausschließlich das Löschen von Bränden, nein, das Spektrum reicht vom Unwettereinsatz über Ölschadensbekämpfung bis hin zur technischen Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen oder Gefahrguteinsätzen. Ein breites Spektrum, das einen hohen Ausbildungsstand und großes Engagement erfordert.

Voraussetzung dafür ist neben Alter und Verfügbarkeit vor allem eines: Die uneingeschränkte Bereitschaft, unentgeltlich einen Teil seiner Freizeit für dieses Ehrenamt aufzubringen und jederzeit abrufbar zu sein - während der Arbeitszeit, im Freibad, im Kreis der Familie, in der Nacht oder gerade dann, wenn etwas völlig anderes geplant gewesen war. Den Feuerwehren wird viel abverlangt, aber auch viel geboten: Kameradschaft, Abwechslung und Teamarbeit, Möglichkeiten der Schulung und Weiterbildung, Erlangen von Kenntnissen, die auch im Alltag von Vorteil sein können - und last but not least Freude am Helfen in der Not.

Jede Feuerwehr ist nur so gut wie ihre Mitglieder.

Deshalb brauchen wir für unsere Aufgaben Unterstützung. Wenn Sie also Interesse haben, uns bei unseren Aufgaben aktiv (oder passiv) zu helfen, dann wenden Sie sich an Ihre FF Heuchelheim Es würde uns freuen, Sie bald in unserer Mitte begrüßen zu dürfen - als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr.

Hier noch ein kleiner Text zum Nachdenken . . .

Es prasselt, als würde jemand Erbsen auf ein Dachfenster fallen lassen, aber es kommt nicht von oben. Es kommt durch das geöffnete Schlafzimmerfenster. Und erst als wir davon wach werden, können wir das Feuer auch riechen und sehen. Als wir nach draußen rennen, beleuchtet der Widerschein des Feuers die Szene mit seinem typisch unruhigen Licht. Außer dem Besitzer des Anwesens und uns ist nur noch ein weiterer Nachbar da.

Beide bemühen sich, den Brand mit Gartenschläuchen in Schach zu halten. Der Rest der Leute aus den benachbarten Häusern, der nicht schon im Urlaub ist, verbringt den Sommerabend wohl irgendwo anders bei Freunden und Bekannten. Die Gefahr ist offensichtlich: Die Bauhütte brennt bereits lichterloh und es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Feuer auf den Neubau übergreifen wird. "Ich habe die Feuerwehr schon gerufen..." sagt der Besitzer. "Vor 20 Minuten..." fügt er resigniert hinzu. Alle nicken verstehend. Es dauert nun mal seine Zeit, bis die Feuerwehr kommt, wenn man nicht in der Stadt wohnt, wo es eine Berufsfeuerwehr gibt, die rund um die Uhr besetzt ist. Das Problem liegt aber nicht in der Entfernung - das Feuerwehrhaus liegt nur etwa fünf Minuten von uns entfernt...

Da hören wir das Martinshorn und man kann auch das Flackern des Blaulichtes schon sehen. Der Besitzer des Grundstückes läuft ihnen entgegen, damit nicht noch mehr Zeit verloren geht. "Mensch - so ein Glück, dass die schon da sind..." seufzt der andere Nachbar erleichtert und blickt auf seinen Gartenschlauch. "Damit kommt man ja wirklich nicht weit..."

Nur zwei Mann sitzen im Löschfahrzeug. Und wie zu erwarten, sind es Pensionäre. Einer der beiden, der wie ich weiß schon über 60 ist, aber immer noch sehr dichtes, dunkles Haar hat, verschafft sich rasch einen Überblick. "Der war früher der Wehrführer - als die Freiwillige Feuerwehr noch mehr Mitglieder hatte. Unser Glück, dass der da ist... Eigentlich dürfte er in seinem Alter gar nicht mehr..." Der Alte trifft rasch seine Entscheidungen: "Hans, Du versuchst erst mal den Brand mit dem Tankwagenschlauch vom Neubau weg zuhalten, bis ich denen hier gezeigt habe, was zu tun ist... Ihr kommt mit und helft mir, eine Saugleitung vom Löschteich aufzubauen." "Und was ist mit der Bauhütte?" fragte ich. Der Alte sah mich skeptisch an: "Die ist eh nicht mehr zu retten. Die Zeiten, wo wir genug Leute hatten, um einen Brand zu bekämpfen, sind vorbei. Heutzutage verwalten wird hauptsächlich das Feuer, das wir vorfinden. Also los!". Eigentlich war es erstaunlich, dass wir den Neubau retten konnten. Und hätten uns die beiden Alten nicht so klare Anweisungen gegeben, wir hätten wohl nie Wasser in die großen Schläuche bekommen. Als wir vor den glimmenden Resten der Bauhütte standen, meinte meine Freundin: "Das war knapp..." "Da haben wir schon Schlimmeres erlebt", entgegnet der Alte. "Das war ja nichts Großes. Wir waren nur viel zu wenige. Erst recht zu wenige Ausgebildete.. zwölf Aktive... damit kommt man nicht über die Urlaubszeit." "Aber warum werden dann nicht mehr ausgebildet?", frage ich. "Weil keiner kommt, wenn man was macht - weil keiner Zeit hat. Eine Jugendgruppe haben wir schon seit zwei Jahren nicht mehr. Freiwillige Feuerwehr - so etwas kostet nun mal Zeit. Die Zeit, die man beim Einsatz nicht hat, die braucht man zum Üben." Er will gerade weiterreden, als ein Piepsen ertönt. Dülüt Tüt.. tüt.. tüt. "Ein Alarm..", sagte der Alte und hält mir den Feuerwehr-Piepser hin. Aber das Gerät hört nicht auf... tüt.. tüt..tüt.. Tüt.. tüt.. tüt.. - ich schlage die Augen auf. Wie immer drücke ich zuerst auf dem Wecker herum, weil ich denke, dass er es ist. Aber beim Blick auf die Uhr wird mir klar, dass es erst viertel nach drei ist. Samstag nacht. Meine Freundin ist auch wach... "Alarm?" fragt sie schlaftrunken. "Ja", sagte ich, "Alarm..." Keine Frage, wir werden jetzt rasch in die Klamotten springen und mit dem Auto zum Feuerwehrhaus fahren. Wir wollen es. Wir haben uns freiwillig dafür entschieden. Und deshalb müssen wir jetzt auch - ziemlich egal wann. Ob es draußen kalt oder warm ist.

Vielen Dank an Peter Schart von der FF Ronneburg-Neuwiedermuß.

Was soll das denn: Nachts das Martinshorn einschalten und uns aus dem Bett jagen:

Nachts um 3 Uhr fährt mit tatütata und Riesenkrach die Feuerwehr an ihrem Haus vorbei. Sie werden wach!

Was denken Sie?

  • Hoffentlich können die Feuerwehrleute noch rechtzeitig helfen oder
  • Die werden doch nicht zu uns kommen oder
  • Sind alle unsere Kinder zu Hause oder
  • Müssen die so einen Krach machen und mich in meiner wohlverdienten Nachtruhe stören!  

Wird die Feuerwehr alarmiert, zählt jede Sekunde. Minuten entscheiden oftmals über Leben und Tod, über kleines Feuer oder Großbrand mit riesigem Sachschaden. Darum muss die Feuerwehr im Schadensfall möglichst rasch an der Einsatzstelle sein. Und dabei helfen ihr die Sonderrechte nach § 35 Straßenverkehrsordnung. Diese können aber nur in Anspruch genommen werden mit Blaulicht und Martinhorn. Es ordnet an: "Alle übrigen Verkehrsteilnehmer haben sofort freie Bahn zu schaffen." Das Blaulicht allein ist hierfür unzulässig.  

Stellen sie sich einfach vor, dass diese "krachmachenden" Feuerwehrleute
  • vor 5 Minuten noch selbst in ihren Betten waren - wie Sie
  • um 6 Uhr wieder zur Arbeit müssen - wie Sie
  • die nächsten 2 oder 3 Stunden nicht mehr schlafen werden (was oftmals auch für die Familien gilt)

Ihre Feuerwehr - Tag und Nacht für sie einsatzbereit -

dankt Ihnen für Ihr Verständnis.

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