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Wer sind die Löschzwerge und wie kam es 2005 dazu ? Konzentriert steht der sechsjährige Jonathan in der Reihe. Seine blau-orange Feuerwehrjacke hat er bis obenhin zugezogen, seine Handschuhe liegen am Rand. Gespannt lauscht er dem Kommando von Christiane Vetter (17). Durch eine Slalomstrecke will der sechsjährige Rennen, um am Ende ein Bild zu holen und dies zum richtigen Feuerwehrzubehör zu legen – und das auch noch mit Lea (5) um die Wette. „Ich hätte gern das Bild vom C-Rohr“, ruft Christiane Vetter. Schnell flitzen Jonathan und Lea los, zielsicher ergreifen sie das richtige Gemälde und sind fast gleichzeitig im Ziel bei ihrer Betreuerin angekommen. „Das ist ja schon wieder richtig“, lobt die 17-jährige Feuerwehrfrau. Nun sind die beiden fünfjährigen Nico und Felix an der Reihe. Ihr Auftrag: Das Bild vom Verteiler zuordnen. Derweil steht die siebenjährige Sarah an der Kübelspritze, sie pumpt was das Zeug hält. Das Wasser rauscht durch den Schlauch, nach vorn zum Rohr, das Moritz hält. Auch hier geht es um die Wurst. Die beiden möchten mehr Wasser in einem Eimer sprühen, der hinter dem kleinen Löschhaus aufgestellt ist, als ihre Mitstreiter. Angefeuert werden sie von Sascha Winter (16), der ihnen auch die Kommandos am Rohr erklärt hat: „Seid ihr in Position am Rohr, ruft ,Wasser marsch`, seid ihr fertig ruft ,Wasser halt`“. Der sechzehnjährige Auszubildende ist Feuerwehrmann-Anwärter. Gemeinsam mit der Schülerin Christiane Vetter hat er sich bereiterklärt, den kleinsten Feuerwehrfans spielerisch Themen rund um die Feuerwehr näher zubringen. „Am Rande eines Jugendfeuerwehrwettkampfs kam die Idee auf, dass wir etwas mit Kindern, die für die Jugendfeuerwehr noch zu jung sind, machen könnten“, erzählt Christiane Vetter. Es sei wichtig, möglichst früh mit Kindern Fragen rund um Brandschutz, Retten und Löschen zu besprechen. Klar, dass sie dabei sein wollte, um ihr Wissen rund um die Feuerwehr weiterzugeben. Denn sie hat kürzlich ihren Grundlehrgang abgeschlossen und wird noch in diesem Jahr zur Feuerwehrfrau befördert. „Ich mache auch noch ein paar andere Lehrgänge“, kündigt die 17-jährigen an. Für das Projekt mit den Kleinen war schnell der Name Löschzwerge gefunden. Es galt einen Dienstplan aufzustellen und für das Vorhaben zu werben: Beim Dorffest sprachen Vetter und Winter gemeinsam mit anderen Jugendlichen von der Jugendfeuerwehr die Kinder an – und schon konnte es losgehen. Seit Mitte Juli treffen sich alle zwei Wochen samstags die Löschzwerge rund ums Feuerwehrhaus. Los ging’s mit einer Inspektion des Feuerwehrautos. Besonders beliebt war die anschließende Fahrt im Feuerwehrauto durch Heuchelheim. Bei solchen Spritztouren sind Christiane Vetter und Sascha Winter auf die Hilfe ihrer Kollegen aus der Einsatzabteilung angewiesen. Denn lenken dürfen sie das Auto noch nicht. Auch an diesem Mittag ist Feuerwehrmann Florian Wilhelm mit dabei, er hält sich im Hintergrund, beobachte und feuert die Kinder während ihrer Miniwettkämpfe an. Schließlich sind seine beiden Kinder auch bei den Löschzwergen dabei. „Die Löschzwerge sind eine gute Sache, da lernen schon die Kleinsten, dass bei der Feuerwehr die Kameradschaft wichtig sind“, sagt Uwe Braum, der in der Einsatzabteilung als Maschinist aktiv ist. Klar, dass seine beiden Jüngsten Nico (5) und Marvin (9) bei den Löschzwergen aktiv sind. „Über das Spielerische können die Kinder zum Helfen animiert werden“, lobt Braum. Und noch einen Vorteil sieht er: „Hier im Ort gibt es ja für die kleineren Kinder keine andere Möglichkeit etwas gemeinsam zu machen“ Erschöpft schlendern die zehn Feuerwehrzwerge nun ins Feuerwehrhaus. „Dass wir mit der Kübelspritze Wasser spritzen konnten war toll“, erzählt Jonathan. Und Sarah zählt auf, welche Feuerwehrbegriffe sie heute gelernt hat: „Verteiler, B-Rohr, C-Rohr, B-Schlauch und Kelle, rot heißt halt, bei grün darf gefahren werden.“ Die Kelle werde gebraucht, wenn die Feuerwehr den Verkehr leiten muss, erklärten Christiane Vetter und Sascha Winter. „Wir haben aber auch schon gemalt, gebastelt und gespielt“, berichtet Sarah. Nun gibt’s zur Belohnung Tattoos und Fanta für die Kinder. Und für Christiane und Sascha heißt es: Wieder eine neue Löschzwerge-Stunde vorbereiten. „Wir bekamen Tipps von einer Brandschutzerzieherin und schauten im Internet, was andere Gruppen mit ihren Kleinen machen“, sagen die beiden. Noch sind sie motiviert weiter mit den Kleinen zusammenzuarbeiten: „Es ist schön den Kindern etwas beizubringen, wie beim Löschen die Kommandos“, gibt der 16-jährige zu. Und ergänzt: „Das macht mich stolz.“ Kein Wunder bei den zehn Feuerwehrfans. Auf die Frage, wer alles später mal in der Feuerwehr aktiv werden will, melden sich alle zehn Kinder begeistert. Spielerisch lernen: Beim Wettrennen gilt es Bilder von der Feuerwehrausrüstung zu den entsprechenden Gegenständen zu transportieren. Schon die Kleinsten üben den Umgang mit der Kübelspritze: An der Spritze wird gepumpt, am Rohr wird aufs Brandhäuschen gezielt. Text und Fotos: Ines Dauernheim |